ENDSPIEL — Schach in vier Akten.
ENDSPIEL ist ein wöchentlich erscheinendes Schach-Journal in deutscher Sprache. Wir schreiben über das, was am Brett passiert — über Eröffnungstheorie, über Mittelspielpläne, über Endspieltechnik — und über das, was rundherum passiert: Turniere, Spielerinnen und Spieler, Vereine, Engines, Geschichte. Kein Lehrbuch, kein Archiv, kein Vereinsblatt. Ein Magazin, das jede Woche erscheint und sich an Leute richtet, die Schach nicht als Vergangenheit verstehen, sondern als Disziplin, die gerade jetzt, in dieser Woche, weitergeschrieben wird.
Der Takt ist wöchentlich. Acht Ressorts — Eröffnung, Mittelspiel, Endspiel, Turniere, Portrait, Computer, Geschichte, Verein — bilden das Gerüst, in dem wir kontinuierlich publizieren. Nicht jede Ausgabe füllt alle acht Felder; manchmal verdichten sich drei Texte um ein Turnier, manchmal hängt eine ganze Woche an einer einzigen Endspielstudie. Die aktuelle Mai-2026-Ausgabe hat ihren Schwerpunkt im Vereinsschach und in der laufenden Bundesliga-Saison, mit Seitenblicken auf den WM-Zyklus und auf einen längeren Text zur Karpov-Tradition im Damenbauernspiel.
Gegründet wurde das Magazin im Sommer 2011, im Umfeld der Deutschen Einzelmeisterschaft in Bonn. Was als Berichterstattung zu einem einzelnen Turnier begann — Runde für Runde, Partie für Partie — ist seither zu einer fortlaufenden Publikation geworden. Der Name ENDSPIEL hat seine Bonner Wurzel nie verloren, aber das Magazin selbst hat sich vom Turnier emanzipiert: aus der DEM 2011 wurde ein Journal über Schach im Allgemeinen, das mittlerweile seit fünfzehn Jahren ohne Unterbrechung erscheint. Wir betrachten 2011 als Gründungsmoment, nicht als Thema.
Was uns inhaltlich interessiert, ist die Spannung zwischen klassischer Schachkultur und gegenwärtigem Spitzenschach. Steinitz hat das positionelle Denken formuliert, Lasker hat es psychologisiert, Aljechin hat es zur Angriffsmaschine umgebaut, Karpow hat es zur kühlen Geometrie destilliert — und Carlsen, Ding, Praggnanandhaa, Gukesh spielen heute auf den Schultern dieser Tradition Partien, die ohne sie nicht denkbar wären. Wir behandeln Eröffnungstheorie als das, was sie tatsächlich ist: keine Sammlung fixer Wahrheiten, sondern eine Wissenschaft, die jede Woche von Engines, von Praxis und von neuen Ideen am Brett revidiert wird. Engine-Schach interessiert uns dabei als Werkzeug — als Analyseinstrument, das die Praxis schärft, nicht als deren Ersatz.
Geschrieben ist ENDSPIEL für Vereinsspieler, die ihren Turniersamstag ernst nehmen, für Online-Hobbyisten, die zwischen Bullet und Rapid trotzdem etwas lesen wollen, für Trainer und Übungsleiter, die Material für ihre Jugendgruppe suchen, und für Fans des Spitzenschachs, die mehr wollen als ein Live-Eval-Bar. Wir setzen Lesefreude an Notation voraus, aber kein DWZ-Niveau; ein Großmeister wird hier nichts Neues über Theorie lernen, ein 1600er-Vereinsspieler vielleicht schon.
Gastbeiträge
ENDSPIEL nimmt Gastbeiträge an. Wer einen Text geschrieben hat — Turnierbericht, Endspielstudie, Portrait, historische Recherche — und ihn bei uns sehen möchte, schickt eine Schreibprobe an [email protected]. Wir antworten in der Regel innerhalb einer Woche und honorieren angenommene Beiträge nach festen Sätzen. Kürze ist kein Nachteil, ein Diagramm sagt mehr als drei Absätze Prosa, und wer Notation in Algebraisch schreibt, hat schon gewonnen.
Schach ist für uns kein Spiel mit 32 Figuren. Es ist die seltene Disziplin, in der eine 150 Jahre alte Idee am Dienstagabend in Köln noch immer am Brett überprüft wird.